Veröffentlicht in Knüpp + Web 2.0 | Verschlagwortet mit Greifswald, Möwen, Sitzteppich, Stranddistel | Kommentar schreiben »
Fiete: Was ist der Unterschied zwischen einem Fischer und einem Fischerteppich?
Alex Zander: Keine Ahnung. Der Teppich wird öfter gesaugt.
Fiete: Nein … äh, wie meinst du das?
Zander: Das erklär ich dir später, min Jung.
Fiete: In Ordnung. Also der Unterschied: Der Fischer muss früh raus, der Teppich kann liegen bleiben.
Zander: Hast du dir den selbst ausgedacht?
Fiete: Zum Teil schon. Merkt man das?
(Antwort bitte selbst einfügen.)
Veröffentlicht in Fischerteppich-Initiative, Textur | Verschlagwortet mit Altherrenwitz, Aufstehen, Fiete Fischer, Fischer, Frühaufstehen, Saugen, Teppichwitz, Witz, Zinnowitz | Kommentar schreiben »
Veröffentlicht in Knüpp + Web 2.0 | Verschlagwortet mit Ankerkreuz, Fischaugen, Sitzteppich, Vierfisch, Wellenkante | Kommentar schreiben »

Herz der Republik: Wo früher der Palast der Republik aufragte, liegt heute Deutschlands teuerste Wiese. Eine beherzte Seele hat vor kurzem dort statt eines Kornkreises ein Herz ins Grün gezogen. (Anklicken zum Vergrößern)
Von der Ostsee zur Ostseele ist es nur ein kurzer Gedankenfluss. Genau heute wird allerorten der 20. Jahrestag des Mauerfalls begangen. Das Thema wurde zwar ausgiebig besprochen, doch möchte ich dem noch etwas hinzufügen. Es wird oft behauptet, ein einzelner Mann hätte die Grenze geöffnet. Manchmal meint man damit den Grenzbeamten Harald Jäger, der in der Bornholmer Straße als erster den deutsch-deutschen Schlagbaum entfernte. Viel öfter meint man jedoch den Regierungsversprecher Günter Schabowski, der auf der legendären Pressekonferenz vom 9. November 1989 den Zug der Geschichte in die Bornholmer Straße leitete.
Damit verdanken wir einem müden Pommern den Fall der Mauer, denn Günter Schabowski wurde am 4. Januar 1929 in Anklam geboren. Einem Gespräch mit Hans-Hermann Hertle am gestrigen Sonntag im Deutschen Historischen Museum konnte ich entnehmen, dass der frisch gekürte Regierungssprecher Schabowski ziemlich übermüdet war, als er die Erklärung zu den neuen Reiseregelungen verkündete und sich so den historischen Schnitzer „Das tritt nach meiner Kenntnis, äh, ist das sofort, unverzüglich“ leistete. Laut Hertle, der für sein Buch „Chronik zum Mauerfall“ recherchiert hatte, ging Schabowski im Anschluss an die Pressekonferenz ins Bett und schlief bis zum bösen Erwachen. Derweil bastelten AP und DPA aus diesem Satz die Meldung „Die Mauer ist offen“ und Hajo Friedrichs von den Tagesthemen machte daraus eine Fernsehmeldung, die sich im Nachhinein bewahrheiten sollte. Der Rest ist hinlänglich bekannt.
Seien wir Schabowski dankbar. Er war es auch, der am 4. November 1989 als einziger aus der SED-Führungsriege bei der Kundgebung auf dem Alexanderplatz zu den aufgebrachten Demonstranten sprach und dort von einer halben Million Menschen ausgepfiffen wurde. Respekt! Als Schabowski und Egon Krenz (ebenfalls aus Pommern) für die Todesschüsse an der Mauer angeklagt und verurteilt wurden, bekannte sich Schabowski zu seiner moralischen Schuld und trat seine Gefängnisstrafe nach meiner Kenntnis sofort, unverzüglich an, während Egon Krenz sich als Opfer stilisierte und überhaupt eine unsympathische Figur machte/blieb.
Ein anderer Anklamer war angeblich nicht so erfreut, als die Grenzen zum anderen Deutschland geöffnet wurden. Matthias Schweighöfer, der 1981 in Anklam geboren wurde, hatte sich so sehr auf seine Beförderung von den Jungen Pionieren zu den Thälmannspionieren und auf das rote Halstuch gefreut, dass ihm der Fall der Mauer nicht in den Kram passte. „Mich hat es tierisch genervt, dass die Mauer gefallen ist, weil ich mich so gefreut hab auf dieses Halstuch.“ So steht es zumindest im Netz.
Veröffentlicht in Seeseite | Verschlagwortet mit Anklam, Anklammer, Berlin, Berliner Mauer, DDR, Egon Krenz, Günter Schabowski, Hans-Hermann Hertle, Harald Jäger, Matthias Schweighöfer, Ostvorpommern, Pommern, Vorpommern | 1 Kommentar »
„Wenn die Welt untergeht, so ziehe ich nach Mecklenburg, denn dort geschieht alles 50 Jahre später“, soll Otto von Bismarck, Reichskanzler und Erfinder des bissfesten Bismarckbrötchens gesagt haben. Auch im benachbarten Vorpommern geht alles ein wenig langsamer. Je östlicher, desto gemütlicher. Nicht ohne Grund ist „Lassan“ das ungarische Wort für langsam. Und schon sind wir in der schönsten Kleinstadt.
Nicht alles im Peenestädtchen Lassan muss in Zeitlupe verlaufen. Manche Lassaner Angelegenheiten gehen sogar recht fix, zum Beispiel ein Wikipedia-Artikel über Lassan. „Wiki“ ist Hawaiianisch und bedeutet schnell, die Endung „-pedia“ meint Encyclopædia. Die Schnellipedia, ein Online-Lexikon für alle. Ruckizucki kann der bestehende Lexikoneintrag sinnvoll ergänzt und verbessert werden.
Die Lassaner Kirche St. Johannis hat sogar einen eigenen Eintrag in der Wikipedia. Mit zwei tollen Fotos. Mir ist zu Ohren gekommen, dass die darin verwerteten Informationen nur zum Teil richtig sind und dringend einer Korrektur bedürfen. Hiermit möchte ich die Internetgemeinde (das Wort passt gerade so schön) dazu aufrufen, den Wiki-Eintrag zu vervollkommnen.
Das Beste zum Schluss. Die Wikipedia gibt es unter anderem auch in der Landessprache von Mecklenburg-Vorpommern: auf Plattdeutsch. Lassan hat bereits einen richtigen Eintrag auf Platt, aber Anklam, Wolgast und Usedom sein noch ziemlich mager ut. Dort ist reichlich Potenzial vorhanden, da geht noch einiges.
Denn man tau! Schnelling, schnelling ans Werk und die Regionalsprache gefördert!
Veröffentlicht in Seeseite | Verschlagwortet mit Lassan, Platt, Plattdütsch, Schnellipedia, Wikipedia | 1 Kommentar »
Der Mythos lebt. Obwohl das Märchen des Wolgaster Dichters Philipp Otto Runge schon 200 Jahre alt ist und wir schon lang nicht mehr an sprechende Fische glauben, hat die Geschichte vom treudoofen Fischer und seiner unzufriedenen Frau nichts an Faszination verloren. Es muss an der zwischenmenschlichen Erzählebene liegen, die das Märchen jung erhält und aktuell bleiben lässt.
Am heutigen Tage wird der Diskurs um das alte Fischerpärchen auf plastische Weise fortgeführt, indem eine Skulptur die alte Geschichte neu erzählt. Um 10:30 Uhr wird in Greifswald die Skulptur „De Fischer un sin Fru“ von Heinrich Zenichowski eingeweiht. Zu finden ist sie im Innenhof Gedserring 1-8, Rigaer Straße 25-27. Mit der Einweihung des Figuren-Ensembles feiert die zuständige Wohnungsbau-Genossenschaft Greifswald (WGG) ein Jubiläum. Anlass ist die 500. Schlüsselübergabe im Ostseeviertel-Parkseite seit Beginn des Stadtumbauprojektes 2004.
Da dem Freestland-Blog kein Foto des neuen Skulpturen-Ensembles vorlag, müssen wir tief in unseren Bilderfundus greifen und improvisieren. An dieser Stelle muss uns Lothar Sells „Der Fischer und seine Frau“ – leider ohne plattdeutsche Diktion, aber dafür in sympathischem Terrakotta – genügen. Dass die Frau vom Fischer hier so kopflos daherkommt, war keine böswillig gemeinte Andeutung des zu Beginn des Jahres verstorbenen Künstlers, sondern mutwillige Absicht mir unbekannter Rowdys. (Sachdienliche Hinweise, die zur Ergreifung des Täters oder der Täter führen, sind übrigens willkommen.) Möge das Werk von Heinrich Zenichowski größere Akzeptanz unter den Ganz- und Halbstarken finden.
Veröffentlicht in Seeseite | Verschlagwortet mit Fisch, Fischer, Fru, Greifswald, Heinrich Zenichowski, Lothar Sell, Ostseeviertel, Philipp Otto Runge | Kommentar schreiben »
Veröffentlicht in Knüpp + Web 2.0 | Verschlagwortet mit Doppelanker, Greifswald, Plattfisch, Steinfisch, Vierfisch | Kommentar schreiben »
»Das war zu jener Zeit, als ich an einem Freundschaftsteppich für Conny arbeitete, heimlich und ausdauernd, an einem Stück, von dem ich nur wünschte, dass es auf der ersten Teppichausstellung gezeigt werden könnte, die, vom Lucknower Heimatverein angeregt, von Sonja Turk lustlos unterstützt, in unserem Museum hängen sollte.
Beim Hängen stellte es sich heraus, dass von den zweiundzwanzig ausgestellten Stücken neunzehn unverkäuflich waren, sei es, dass sie von ihren Eigentümern geliehen waren, sei es, dass Sonja Turk sich nicht von ihnen trennen wollte -, zweiundzwanzig Stücke insgesamt, ja, und du kannst dir nicht vorstellen, wie da die Farben und Formen miteinander konkurrierten und wie die Inhalte – denn unsere Teppiche hatten Inhalte – alles über uns preisgaben; sogar im Ornament spiegelte sich etwas von unserer Eigenart.«
Quelle: Siegfried Lenz – Heimatmuseum. Roman
Veröffentlicht in Zitat | Verschlagwortet mit Ausstellung, Freundschaftsteppich, Masurische Bauernteppiche, Rya, Ryen, Siegfried Lenz, Sonja Turk | Kommentar schreiben »
Veröffentlicht in Knüpp + Web 2.0, MagiCarpets | Verschlagwortet mit Ankerkreuz, Fischaugen, Greifswald, Psychedelic Art, Wellenkante, Zweifisch | Kommentar schreiben »







